Russen Inkasso

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Helene Mueller
eCollect support team

Mit dem Begriff Russen Inkasso (auch als “Russisches Inkasso”, “Russland Inkasso” oder “Russisch Inkasso” bezeichnet) ist nicht, wie man vielleicht vermuten würde, das russische Inkassowesen gemeint. Würde man die Frage in diese Richtung beantworten, könnte schnell und einfach geantwortet werden, dass es in Russland kein vergleichbares System des Inkasso wie in Deutschland gibt. Allerdings ist mit den genannten Begriffen etwas ganz anderes gemeint: Hierunter versteht man die Beitreibung offener Forderung auf illegalem Wege. Eine enge Verwandtschaft zum Begriff des „Moskau Inkasso“ ist vorhanden.


Wie hat sich der Begriff etabliert?

Woher der Begriff genau kommt, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Er scheint wohl abgeleitet von einem Unternehmen mit dem Firmennamen „Inkasso Team Moskau“ (ITM), das durch zahlreiche (negative) Berichterstattungen in der Presse im Hinblick auf seine Arbeitsmethoden eine negative Berühmtheit erlangt hat. Von Erpressung, Nötigung und Körperverletzung ist hier die Rede. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren Fällen gegen dieses Unternehmen. Im Laufe der Zeit hat sich in der Inkassobranche dann daraus als Synonym für illegale Geldeintreiber bzw. illegale Methoden zur Geldeintreibung der Begriff „Moskau Inkasso“ oder (für die Methode selbst) „Russen Inkasso“, „Russisch Inkasso“, „Russisches Inkasso“ oder „Russland Inkasso“ etabliert.

Was kann ich tun, wenn ich mit nicht seriösen Geldeintreibern konfrontiert werde?

Die Grundregel lautet: nicht zahlen, die Polizei einschalten und Strafanzeige stellen. Sie als Schuldner sollten dabei beachten: Auch der Gläubiger, der sich einem Unternehmen bedient, das auf unseriöse Art und Weise (genauer gesagt: auf illegale Art und Weise) Gelder eintreibt, macht sich strafbar. Des Weiteren lassen illegale Methoden im Zusammenhang mit der Geltendmachung von Forderungen natürlich auch die Forderung an sich fraglich werden und die Seriosität des Gläubigers in einem anderen Licht erscheinen. Umso mehr erscheint es hier dann notwendig, aus Sicht des Schuldners entweder einen Vergleich mit dem Gläubiger zu finden oder einen Rechtsanwalt einzuschalten, der die eigenen Rechte vertritt. Auch die Einschaltung des Bundesverband Deutscher-Inkassounternehmen e.V. (BDIU) ist unter Umständen sinnvoll und hilfreich. Der Verband kann helfen, unseriöse Partner zu erkennen und deren Geschäftspraktiken zu unterbinden.

Woran erkenne ich ein seriöses Inkassounternehmen in Deutschland?

In Deutschland benötigt man zum legalen Betrieb eines Inkassounternehmens eine Genehmigung. Diese Genehmigung wird von verschiedenen deutschen Amtsgerichten erteilt. Jeder genehmigte Inkassoservice wird in das sogenannte Rechtsdienstleistungsregister eingetragen. Sie finden dieses im Internet unter http://www.rechtsdienstleistungsregister.de. Folgende weitere Regeln können formuliert werden: Ein seriöses Inkassodienst wird nie körperliche Gewalt androhen oder anwenden. Das Inkassounternehmen agiert grundsätzlich im Sinne des Schuldners und versucht gemeinsam mit dem Gläubiger eine Lösung für alle Beteiligte zu finden. Jeder Gläubiger hat Interesse daran eine Lösung mit dem Schuldner zu finden; und sei es auch nur eine erste (vorübergehende) Teillösung. Naturgemäss liegt es jedoch auch im Interesse jedes Gläubigers seine offenen Forderungen und auch den darüber hinaus entstandenen Verzugsschaden schlussendlich auf legalem Wege ausgeglichen zu bekommen.


Quellen & externe Links:

http://www.bz-berlin.de/archiv/so-meldeten-sich-die-geldeintreiber-von-bdquo-moskau-inkasso-ldquo-als-sie-merkten-dass-ich-ueber-sie-recherchiere-article325481.html
 

http://www.derwesten.de/staedte/dorsten/erpressung-oder-russen-inkasso-id6027787.html
 

http://www.deinternational.de/dienstleistungen/recht-und-steuern/inkasso-schlichtung/