Mahnschreiben

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Helene Mueller
eCollect support team

Mahnschreiben
stellen im Geschäftsverkehr in Deutschland ein übliches Instrument dar, welches dazu dient, auf offene Forderungen hinzuweisen und diese auf außergerichtlichem Wege einzutreiben. Mahnschreiben – selten auch als Mahnungsschreiben bezeichnet – folgen daher ihren eigenen Regeln. Mit anderen Worten: Es gibt hierfür keine einheitlichen Vorgaben.


Zielsetzung eines Mahnschreiben

Zielsetzung eines Mahnschreibens ist es, den Schuldner an die offene Zahlung zu erinnern und ihn zur Begleichung der Forderung zu bewegen. Damit gehört die Erstellung von Mahnschreiben bzw. Mahnungsschreiben zum Bereich des „Debitorenmanagements“ innerhalb eines Unternehmens. In Deutschland ist es üblich, maximal drei Mahnungen zu versenden. Oftmals geht der ersten „echten“ Mahnung eine Zahlungserinnerung voraus. Manche Gläubiger bezeichnen jedoch bereits die Zahlungserinnerung als „echte“ erste Mahnung. Somit können drei bis vier Mahnstufen in Deutschland als geschäftliche Usance festgehalten werden.

Formvorschriften für ein Mahnschreiben?

Besondere Formvorschriften für ein Mahnschreiben gibt es nicht. Im Regelfall wird eine Mahnung jedoch schriftlich erfolgen, um in einem möglichen späteren Gerichtsverfahren belegen zu können, dass der Kunde gemahnt wurde.

Zeitliche Aspekte bei einem Mahnungsschreiben

Bei einer Mahnung spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Auf den Punkt gebracht, kann man formulieren: Je früher eine Forderung professionell beim Schuldner „nachgehalten“ wird, desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit. Nach einer Studie der Creditreform steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit der Forderung ab 90 Tagen überproportional an. Das gleiche gilt für die Kosten, die im Zusammenhang mit der Beitreibung der Forderung entstehen. Diese höheren Kosten werden durch einen höheren Beitreibungsaufwand verursacht. Letztlich ist auch die Erlösquote höher, je kürzer der Zeitraum zwischen Fälligkeit der Forderung und Mahnschreiben ist. Der Grund? Der Schuldner erinnert sich noch an die zu Grunde liegende Dienstleistung beziehungsweise das zu Grunde liegende Produkt und hat damit noch eine emotionale Nähe zum Verkäufer und Produkt beziehungsweise dem Dienstleister und seiner Leistung. Diese Nähe bewegt ihn zum tendenziell schnelleren und vollständigeren Bezahlen der offenen Forderungen.

Debitorenmanagement

Debitorenmanagement dient der Sicherung der Existenz des Unternehmens, dem Erhalt der Liquidität und letztlich der Kundenbindung, indem die Kunden in Abhängigkeit von ihren Bonitäten betreut werden. Auch die Zinsbelastung, die sich auf Basis eines professionellen Debitorenmanagements reduzieren kann, darf nicht vergessen werden. Nach einer aktuellen Studie der Creditreform kosten Forderungsausfälle Unternehmen viel Geld. So muss ein Unternehmen, um einen Forderungsausfall von 5.000 Euro bei einer Umsatzrendite von 2 Prozent ausgleichen zu können, den Umsatz um 250.000 Euro beziehungsweise 25 Prozent steigern. Dies macht die Bedeutung von Debitorenmanagement als Vorstufe zum eigentlichen „Inkasso“ deutlich. Das „eigentliche Inkasso“ besteht dann aus den Stufen vorgerichtliches Inkasso, gerichtliches Mahnverfahren (Mahnantrag und Mahnbescheid) und Titelüberwachung im Rahmen einer Zwangsvollstreckung beziehungsweise eines Klageverfahrens.


Quellen & externe Links:

http://www.juraforum.de/lexikon/mahnung
 

http://www.finanztip.de/recht/wirtschaftsrecht/mahnrecht.htm