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Forderungsmanagement

Forderungsmanagement ist ein übergreifender Begriff für alle Dienstleistungen rund um das Management von Forderungen. Damit versteht man unter Forderungsmanagement alle Maßnahmen, die sich mit der Bearbeitung und Sicherung der Debitoren befassen, mit dem Ziel Risiken zu reduzieren. Die gewerbliche Beitreibung von Forderungen – das Inkasso – ist ein Teilbereich des Forderungsmanagements. Inkassounternehmen können dabei ihre Dienstleistungen nur dann anbieten, wenn sie eine Erlaubnis erteilt bekommen. Geregelt ist dies im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG). Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis ist eine juristische Schulung, ein einwandfreier Lebenslauf sowie gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse des Unternehmers.

Verständnis und Ziel des Forderungsmanagements

Beim Forderungsmanagement geht es um die Absicherung und Realisierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese Forderungen entstehen durch die Gewährung von Lieferantenkrediten an Kunden. Unter einem Lieferantenkredit versteht man die Gewährung eines Zahlungsziels, das in der Regel bei 30, 60 oder 90 Tagen liegt. Ziel des Managements von Forderungen ist es, die Liquidität im Unternehmen sicherzustellen und damit das Rating des Unternehmens zu verbessern. Letztlich ist Forderungsmanagement ein aktiver Bestandteil der Existenzsicherung des Unternehmens und dient der Stabilisierung innerhalb der Volkswirtschaft. Denn wenn ein Unternehmen nicht rechtzeitig seine Forderungen erhält, gerät es oftmals selbst unter Zahlungsverzug und es entsteht ein Dominoeffekt.

Bedeutung von Forderungsmanagement

Die Bedeutung von Forderungsmanagement wird aufgrund der Zahlungsmoral der Kunden immer größer. Nach einer Umfrage von Bretz bezeichnet nur jedes dritte befragte Unternehmen das Zahlungsverhalten seiner Kunden als „sehr gut“ oder „gut“. Und auch die Gefahr eines Totalausfalls von Unternehmen bzw. Kunden wird immer größer, was sich an der Anzahl der Insolvenzen zeigt – obwohl die Gesamtzahl der Insolvenzen seit 2010 rückläufig ist. Allerdings steigt die Summe der mit den Insolvenzen verbundenen Ausfälle von Forderungen an, was auf die insgesamt gestiegenen Umsätze zurückzuführen ist. 2012 waren in Deutschland 150.810 Insolvenzen zu verzeichnen – dies stellt ein Minus von 5,5 Prozent im Vergleich zu 2011 dar. Die Summe der Forderungsausfälle aus Insolvenzen liegt aktuell (2012) bei rund 30 Milliarden Euro, 2011 waren es noch rund 17 Mrd. Euro.

Bestandteile des Forderungsmanagement

Bestandteile des Forderungsmanagements sind die Bonitätsprüfung, die Vertragsgestaltung, die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen bzw. Inkasso. Die Bonitätsprüfung ist der erste und wichtigste Baustein innerhalb des Forderungsmanagement. Ziel ist es, die Risiken von Geschäftspartner zu analysieren und auf dieser Basis zu entscheiden, ob die Partnerschaft eingegangen bzw. fortgesetzt wird. Entscheidet man sich für die Zusammenarbeit mit einem Partner, gilt es durch Gestaltung der Verträge, die vorhandenen Risiken zu minimieren. In der Debitorenbuchhaltung managet das Unternehmen die Rechnungen und es wird kontrolliert, ob eine fällige Zahlung eingeht oder nicht. Geht sie nicht ein, erfolgt eine „Übergabe“ der Forderung in das Mahn- und Inkassowesen. Der Einzug der Forderungen steht an. Dies zunächst in einem außergerichtlichen, dann – bei erfolgloser Durchführung dieses Verfahrens – in einem gerichtlichen Verfahren, das in einem Vollstreckungsbescheid enden kann.

Bedeutung der Informationsbeschaffung innerhalb des Forderungsmanagements

Von zentraler Bedeutung innerhalb des Forderungsmanagement ist die Informationsbeschaffung. Dies einerseits bei der Bonitätsprüfung und andererseits auch insbesondere im Rahmen des Inkasso. Bei der Bonitätsprüfung bedienen sich die Gläubiger unterschiedlichen Quellen, wie zum Beispiel Auskunfteien oder der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung e.V. (SCHUFA). Ziel ist es hierbei, eine Risikoanalyse des Vertragspartners vorzunehmen. Im Rahmen des Inkasso steht im Hinblick auf die Informationsbeschaffung insbesondere die Recherche der Kundendaten sowie die differenzierte Kontaktaufnahme über verschiedene Medien mit dem Kunden im Vordergrund.

Aufgaben von Inkassounternehmen beim Forderungsmanagement

Ein Schwerpunkt der Aufgabe eines Inkassounternehmens im Rahmen des Forderungsmanagement liegt im Bereich Inkasso. Der Fremdbezug einer solchen Leistung steigert die Effizienz im Unternehmen, reduziert die Kosten und bietet dem Schuldner die Möglichkeit, mit einer neutralen Stelle zu korrespondieren und Vereinbarungen über die Rückzahlung der Gelder zu treffen. Auch das Unternehmen profitiert hiervon: der Kontakt zum Schuldner läuft nur noch über das Inkassounternehmen und auch Zahlungen werden nur noch an das Inkassounternehmen geleistet, das diese auf einem separaten Konto für den Kunden verbucht. Auch das Mahnwesen kann das Inkassounternehmen übernehmen, was den Gläubiger von weiteren Aufgaben befreit. Hier sind in der Praxis zwei bis drei Mahnstufen üblich. Factoring, Billing oder die Debitorenbuchhaltung können weiterführende Services sein, die das Inkassounternehmen anbietet.

Links:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/forderungsmanagement.html
http://www.forderungsmanagement.com/glossar/forderungsmanagement
http://de.wikipedia.org/wiki/Forderungsmanagement

Schlagwörter zu Forderungsmanagement

forderungsmanagement
Autor: Helene Müller
Helene Müller ist seit 2013 Schuldnerbetreuerin bei eCollect.