Bonitätsindex

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Helene Mueller
eCollect support team

Der Bonitätsindex (auch als “Score” oder “Scorewert” bezeichnet) eines Kunden ist der Ausdruck seiner Bonität, das heißt seiner Zahlungsbereitschaft und Zahlungsfähigkeit. Er wird aus verschiedenen Grunddaten, wie zum Beispiel dem vergangenen Zahlungsverhalten des Kunden, errechnet und dient unter anderem Gläubigern dazu, zu entscheiden, ob sie mit einem Kunden eine Vertragsbeziehung aufnehmen und – wenn ja – wie die Zahlungsmodalitäten für diesen Kunden aussehen. Kreditinstitute verwenden Bonitätsindizes zur Berechnung von Kreditkonditionen insbesondere für Privatkredite des Kunden.


Verwendung für den Gläubiger

Für den Gläubiger ist der Bonitätsindex im Wesentlichen ein wichtiges Instrument zur Absicherung der eigenen Solvenz. Denn nach dem aktuellen Schuldneratlas der Creditreform waren in Deutschland im Oktober 2013 6,58 Mio. Menschen überschuldet, das heißt, der Kapitaldienst bei diesen Personen übersteigt das Vermögen, das zur Zahlung der Kredite zur Verfügung steht. Damit hat Deutschland eine Schuldnerquote von 9,65 Prozent. Berechnet man die Zahl auf der Basis von 67,13 Millionen volljährigen Erwachsenen in Deutschland, so sind 3,33 Mio. Haushalte überschuldet und nachhaltig zahlungsgestört. Ziel potentieller Gläubiger ist es, diese Privatpersonen beziehungsweise Haushalte im Vorfeld zu identifizieren und eine Geschäftsbeziehung zu verhindern. Dies dient dem eigenen Schutz. Ein Unternehmen kann in ernsthafte Liquiditätsprobleme geraten, die im schlimmsten Falle bis zur Insolvenz führen können, wenn die Schuldner nicht rechtzeitig und in vollem Umfang bezahlen.

Verwendung für den Schuldner

Auch für den Schuldner kann es sinnvoll sein, seinen Bonitätsindex zu kennen. Verschiedene „Anbieter“ berechnen Bonitätsindizes in Deutschland. Beispielhaft genannt werden kann die Creditreform, die überwiegend im geschäftlichen Bereich aktiv ist und die SCHUFA, die überwiegend den Bereich der Privatkunden abdeckt. Die SCHUFA bezeichnet ihren Bonitätsindex als „Scorewert“ und erläutert diesen auf ihrer Webseite wie folgt: „Beim SCHUFA-Basisscore handelt es sich um einen von Branchen, Unternehmen und einzelnen Geschäftsarten unabhängigen Orientierungswert. Unsere Vertragspartner erhalten zur Unterstützung ihrer Geschäftsentscheidungen in der Regel spezielle branchenspezifische oder individuelle Scores, die durchaus vom Basisscore abweichen können. Der Basisscore wird anhand moderner mathematisch-statistischer Verfahren erstellt und basiert auf den zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten. Ihren persönlichen Basisscore aktualisieren wir alle drei Monate, etwa eine Woche nach Quartalsbeginn.“ Vor diesem Hintergrund soll der „Scorewert“ vorhersagen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kunde seinen Kredit zurückzahlt. Kennt der Kunde nun seinen Bonitätsindex, so kann er Entscheidungen von Kreditgebern, Versandunternehmen oder anderen Vertragspartnern leichter nachvollziehen und gegebenenfalls gegensteuern. Unter https://www.meineschufa.de/index.php?site=60_3 kann der „Scorewert“ bei der SCHUFA nach Anmeldung und Entscheid für eines der Verfahren abgefragt werden.


Quellen & externe Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bonitätsindex
 

https://www.scoring-wissen.de/de/home/
 

https://www.schufa.de/media/teamwebservices/wissenswertes/downloads_11/scoringinfo/schufa_infoblattbasisscore_februar2010_final.pdf
 

http://www.schufa.de